Bevor ich etwas sage, fühle ich es in Farbe. Ein Morgen kann Rosé sein, eine Erinnerung tiefes Violett, ein Lachen ein Pink, das man fast hören kann. Malen ist für mich die ehrlichste Sprache, die ich kenne: ungefiltert, direkt und manchmal ein bisschen laut.
Das Quadrat ist mein Lieblingsformat. Es hat keine Richtung, kein Oben-wichtiger-als-Unten. Es ruht in sich und lässt trotzdem alles zu. In diesem stillen Rahmen darf die Farbe tanzen, sich überlagern, verschwinden und wieder auftauchen.
Meine Bilder wachsen langsam. Ich trage auf, kratze ab, lasse trocknen, beginne neu. Unter jeder Oberfläche liegen Geschichten, die man nicht sofort sieht, aber spürt. Genau diese Tiefe suche ich: den Moment, in dem ein Bild aufhört, Farbe zu sein, und anfängt zu atmen.
Ich wünsche mir, dass meine Werke nicht nur an einer Wand hängen, sondern in einem Raum leben. Dass sie jemanden an einem grauen Dienstag kurz innehalten lassen. Dass sie wärmen, provozieren, trösten. Denn am Ende glaube ich ganz fest daran: Life is boring without color.